RWE streicht die Dividende

Der Energieversorger RWE (ISIN: DE0007037129) wird vor dem Hintergrund der weiter verschlechterten Ertragsperspektiven in der konventionellen Stromerzeugung keine Dividende an die Stammaktionäre ausschütten. Im Vorjahr wurde noch 1 Euro Dividende für die im DAX gelistete Stammaktie bezahlt. Die Vorzugsaktionäre sollen 0,13 Euro erhalten. RWE will mit diesem Schritt die Finanzkraft stärken. Die Hauptversammlung von RWE findet am 20. April 2016 statt. An der Börse kamen die Nachrichten nicht gut an. Die Aktie gab um über neun Prozent nach.

Der fortgesetzte Preisverfall im Stromgroßhandel und die schlechten Perspektiven in der konventionellen Stromerzeugung rissen RWE in die roten Zahlen. RWE nahm Abschreibungen von 2,1 Mrd. Euro auf deutsche und britische Kraftwerke vor, die das neutrale Ergebnis minderten. Aufgrund der Sonderbelastungen war das Nettoergebnis mit -0,2 Mrd. Euro außergewöhnlich schwach.

Nach vorläufigen, noch nicht testierten Jahresabschlusszahlen erzielte der Konzern ein betriebliches Ergebnis von 3,8 Mrd. Euro und ein bereinigtes Nettoergebnis von 1,1 Mrd. Euro im Jahr 2015. Das EBITDA war mit 7,0 Mrd. Euro deutlich höher als geplant, was aber auf Sondereffekte zurückzuführen ist. Obwohl sich das Ergebnis im Unternehmensbereich Erneuerbare Energien gegenüber 2014 mehr als verdoppelte, hat sich die operative Ertragslage des Konzerns insgesamt verschlechtert. Dabei machte sich der fortgesetzte Preisverfall im Stromgroßhandel bemerkbar, der zu einer Erosion der Kraftwerksmargen führt.

Aufgrund des Verkaufs der Tochtergesellschaft RWE Dea im März 2015 sind die Nettoschulden um ein Fünftel auf 25,1 Mrd. Euro gesunken. Für 2016 erwartet RWE ein EBITDA von 5,2 bis 5,5 Mrd. Euro, ein betriebliches Konzernergebnis von 2,8 bis 3,1 Mrd. Euro und ein bereinigtes Nettoergebnis von 0,5 bis 0,7 Mrd. Euro. Gegenüber 2015 ist das ein deutlicher Rückgang.

Redaktion MyDividends.de